PSA- Der Handschutz

PSA- Der Handschutz

Zu den Grundpflichten der Arbeitgeber*innen nach Arbeitsschutzgesetz gehört es, erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen, um die Sicherheit und die Gesundheit der beschäftigten Personen sicherzustellen.

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass eine Gefährdung der Hände besteht, so muss der*die Arbeitgeber*in einen Handschutz zur Verfügung stellen, wenn die Gefährdungen nicht anders verhindert bzw. ausreichend gemindert werden können. Die Kosten für den Handschutz trägt der*die Arbeitgeber*in.

Die Hände können durch folgende Einwirkungen geschädigt werden:

  • Mechanisch, z.B. durch Schnitte, Splitter, Stiche und Abrieb
  • Optisch, z.B. durch Sonneneinstrahlung oder Laserstrahlung
  • Chemisch, z.B. durch Flüssigkeiten oder Dämpfe
  • Thermisch, z.B. durch Kälte- und Hitzeeinwirkungen
  • Biologisch, z.B. durch Viren oder Bakterien
  • Elektrisch, z.B. durch Stromeinwirkung

Handschuhformen:

  • Fausthandschuhe (Daumen in Extrakammer)
  • Dreifingerhandschuhe (Daumen und Zeigefinger in Extrakammer)
  • Fünffingerhandschuhe (Daumen und alle Finger in Extrakammer)

Bei vielen Tätigkeiten, wie z.B. dem Schweißen, treten mehrere dieser Gefährdungen zusammen auf. Der Handschutz muss in diesen Fällen einen ausreichenden Schutz gegen alle auftretenden Gefährdungen bieten.

Zur Auswahl eines geeigneten Handschutzes sind unter anderem folgende Parameter zu beachten:

  • Art des Hautkontakts (z.B. Spritzer, Aerosole, Benetzung)
  • Ausmaß des Hautkontakts (klein-, großflächig)
  • Dauer des Hautkontakts (kurzfristig (<15 min/ Schicht, längerfristig >15 min/ Schicht)
  • Einwirkende Gefährdungen (siehe oben)
  • Permeation (Durchtritt von festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffen im molekularen Bereich)
  • Schnittfestigkeit
  • Tragekomfort
  • Griffsicherheit
  • Feuchtarbeit

Schutzhandschuhe müssen gemäß der Norm EN 420 gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung umfasst beispielsweise das CE-Zeichen, den Hersteller, das Verfallsdatum (insofern relevant) sowie die Größe und Prüfnorm. Abhängig vom Anwendungsfall wird die EN 420 durch weitere Normen konkretisiert.

  • Mechanische Gefährdungen nach DIN EN 388
  • Chemische Gefährdungen nach DIN EN 374-1
  • Thermische Gefährdung nach DIN EN 407

Neben Tätigkeiten, die das Tragen von Handschuhen erfordern gibt es auch Tätigkeiten bei denen dies verboten oder nicht empfohlen ist. Dies ist potenziell bei allen drehenden Maschinen der Fall. Es besteht die Gefahr, dass der Handschuh sich in den drehenden Elementen verfängt und den*die Träger*in bzw. seine*ihre Hand mit sich zieht. Ein Verbot besteht beispielsweise bei der Benutzung von Bohrmaschinen.

Beschäftigte Personen, die während der Arbeit Handschutz tragen müssen, sind vor der ersten Benutzung und nach Bedarf in der bestimmungsgemäßen Benutzung und der ordnungsgemäßen Aufbewahrung zu unterweisen.

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