PSA gegen Ertrinken

PSA gegen Ertrinken

Etwa 2/3 der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt und viele Wassersportarten, wie z.B. Wasserski, Surfen, Kanu, SUP erfreuen sich, gerade in den Sommermonaten, einer großen Beliebtheit. Doch nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Berufsalltag finden Tätigkeiten am oder direkt auf dem Wasser statt, z.B. im Hafen, auf Frachtschiffen oder auf Offshore-Windanlagen. Auch in diesen besonderen Umgebungen zählt es zu den Grundpflichten der Arbeitgeber*innen, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen, um die Sicherheit und die Gesundheit der beschäftigten Personen sicherzustellen.

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass eine Gefährdung durch Ertrinken besteht, so muss der*die Arbeitgeber*in eine geeignete PSA gegen Ertrinken zur Verfügung stellen, wenn die Gefährdungen nicht anders verhindert bzw. ausreichend gemindert werden können.

Beeinträchtigende Einflüsse

Bei der Auswahl der PSA gegen Ertrinken sind auch Situationen, wie z.B. ein bewegungsunfähiger Zustand, Bewusstlosigkeit, Probleme bei der Ortung sowie Einflüsse zu berücksichtigen, die die Schutzwirkung der PSA gegen Ertrinken beeinträchtigen können. Dazu zählen z.B.:

  • Thermische Einflüsse, wie z.B. heiße Fremdkörper, Hitze-Strahlung oder Kälte
  • Chemische Einflüsse, wie z.B. Säuren, Laugen, Reinigungsmittel
  • Mechanische Einflüsse, wie z.B. Stiche, Schnitte
  • Physikalische Einflüsse, wie z.B. geringere Dichte der Flüssigkeit, Einwirkung von Staub/Schmutz
  • Einflüsse durch zusätzliche PSA, wie z.B. PSA gegen Absturz, Kälteschutzanzug, Kopfschutz, Atemschutz

Unterschied Rettungsweste und Schwimmhilfe

Bei Rettungswesten wird die Auftriebskraft so verteilt, dass auch bei Bewusstlosigkeit die Atemwege der betroffenen Person über Wasser gehalten werden. Es gibt automatisch oder manuell aufblasbare Rettungswesten oder Rettungswesten die aus einem Feststoff-Auftriebswerkstoff bestehen. Rettungswesten werden in 3 Stufen angeboten:

  • Stufe 275, mit einem Auftrieb von mindestens 275 N und für die Verwendung unter extremen Bedingungen
  • Stufe 150, mit einem Auftrieb von mindestens 150 N und für den allgemeinen Einsatz
  • Stufe 100, mit einem Auftrieb von mindestens 100 N und für den Einsatz in geschützten Gewässern

Schwimmhilfen haben einen Auftrieb von mindestens 50 N und unterstützen die Person beim Schwimmen in geschützten Gewässern. Bei Bewusstlosigkeit wird keine Schwimmlage sichergestellt, die die Atemwege über Wasser hält. Schwimmhilfen sind daher für den gewerblichen Bereich nicht geeignet und werden eher im Freizeitbereich bei verschiedenen Wassersportarten (Wasserski, Kanu, SUP) eingesetzt.

Persönliche Schutzausrüstungen gegen Ertrinken müssen der Achten Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz entsprechen und mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein.

Aufgaben und Pflichten

Beschäftigte Personen, die während der Arbeit PSA gegen Ertrinken tragen müssen, sind vor der ersten Benutzung und nach Bedarf in der bestimmungsgemäßen Benutzung sowohl theoretisch als auch praktisch zu unterweisen. Zudem ist die Einsatzbereitschaft der PSA vor jeder Benutzung durch eine Sichtprüfung zu prüfen.

Der*die Unternehmer*in muss den ordnungsgemäßen Zustand der PSA sicherstellen und dies überwachen. Dazu hat er unter anderem für die erforderliche Reinigung, Wartung und gegebenenfalls den Austausch zu sorgen und die PSA mindestens einmal jährlich durch eine sachkundige Person prüfen zu lassen. Das Ergebnis der Prüfung ist zu dokumentieren. Die Verwaltung Ihrer PSA gegen Ertrinken kann über das eplas Modul Arbeits- und Betriebsmittel sichergestellt werden.