PSA gegen Absturz

PSA gegen Absturz

Mehr als ein Viertel der im Zeitraum 2009 bis 2016 durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erfassten tödlichen Arbeitsunfälle sind Absturzunfälle. Beispielsweise stürzten rund ein Drittel der Verunfallten – meist aufgrund fehlender Sicherungsmaßnahmen – von Dächern oder brachen durch Lichtkuppeln. Zu den Grundpflichten von Arbeitgeber*innen nach ArbSchG gehört es, erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen, um die Sicherheit und die Gesundheit der beschäftigten Personen sicherzustellen.

Maßnahmenrangfolge zum Schutz vor Absturz

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass eine Gefährdung durch Absturz besteht, so muss der*die Arbeitgeber*in eine geeignete Schutzmaßnahme ergreifen. Eine Gefährdung durch Absturz liegt bereits ab einer möglichen Absturzhöhe von 1,0 m vor. Für die Maßnahmen zum Schutz vor Absturz gibt es folgende Rangfolge:

  1. Absturzsicherung, wie z.B. Umwehrungen (Brüstung, Geländer) und Abdeckungen
  2. Auffangeinrichtungen, wie z.B. Schutznetze und Schutzgerüste
  3. Individuelle Schutzmaßnahmen, wie z.B. persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

In vielen Arbeitsbereichen, z.B. dem Aufbau von Windenergieanlagen, lassen sich Absturzsicherungen sowie Auffangeinrichtungen nur bedingt als Maßnahme zum Schutz vor Absturz einsetzen. Die beschäftigten Personen in diesen Bereichen müssen daher während der Tätigkeit persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) tragen.

Kennzeichnung von PSAgA

PSAgA sind in die Risikokategorie III eingestuft und unterliegen daher einem Konformitätsbewertungsverfahren. Teil dieses Konformitätsbewertungsverfahrens ist eine EU-Baumusterprüfung sowie die Sicherstellung der Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle. Zusätzlich zur CE-Kennzeichnung inklusive der vierstelligen Kenn-Nummer der notifizierten Stelle muss die PSAgA u.a. folgende Kennzeichnungen aufweisen:

  • Herstellername oder Zeichen
  • Typ- und Modell Bezeichnung
  • Chargen- oder Seriennummer
  • EN-Norm
  • Hinweis auf die vom Hersteller gelieferten Informationen

Unterteilung der PSAgA

Auffangsysteme verhindern nicht den freien Fall, sondern begrenzen die Fallstrecke sowie die beim Sturz auftretende Fangstoßkraft. Sie erlauben es den Benutzer*innen, in Bereichen oder Positionen zu arbeiten, bei denen Absturzgefahr besteht. Nach einem Sturz werden die Benutzer*innen in einer hängenden Position gehalten.

Rückhaltesysteme verhindern einen Absturz, indem durch ein entsprechend eingestelltes Verbindungsmittel das Erreichen der Absturzkante verhindert wird.

Arbeitsplatzpositionierungssysteme dienen der Positionierung der Beschäftigten während Tätigkeiten mit Absturzgefahr. Um einen Absturz zu verhindern muss das System korrekt eingestellt und bedient werden.

Unterweisungen

Beschäftigte Personen, die während der Arbeit PSAgA tragen müssen, sind vor der ersten Benutzung und nach Bedarf in der bestimmungsgemäßen Benutzung sowohl theoretisch als auch praktisch zu unterweisen. Die Unterweisung muss dabei u.a. folgende Punkte enthalten:

  • Inhalte der Betriebsanweisung
  • bestimmungsgemäße Benutzung
  • korrektes Anschlagen
  • Erkennen von Schäden
  • Ordnungsgemäße Aufbewahrung

Weitere vorgegebene Bestandteile der Unterweisung, wie z.B. Durchführung von Rettungsverfahren und Erste Hilfe, sind im DGUV Grundsatz 312-001 genannt.

Prüfungen

PSAgA müssen vor jeder Benutzung vom Benutzer durch eine Sichtprüfung auf den ordnungsgemäßen Zustand und die einwandfreie Funktionsfähigkeit hin überprüft werden. Es darf nur PSAgA eingesetzt werden, die keine Fehler oder Mängel aufweist. Darüber hinaus ist die PSAgA mindestens alle 12 Monate durch eine sachkundige Person auf ihren einwandfreien Zustand überprüfen zu lassen.

Die Verwaltung Ihrer PSA gegen Absturz kann über das eplas Modul Arbeits- und Betriebsmittelverwaltung sichergestellt werden. Darüber hinaus können Sie mit eplas die theoretische und praktische Unterweisung der Benutzer sicherstellen sowie die Qualifikationen ihrer sachkundigen Personen dokumentieren und planen.