Vorsorgeuntersuchung

Vorsorgeuntersuchung

Bildschirmarbeit, Lärm sowie Fahr- und Steuertätigkeiten sind Begriffe die Personen, die Kontakt zum Arbeitsschutz und HR-Bereich haben, geläufig sind. Die Begriffe stammen aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge- und Eignungsuntersuchung. Dieses Thema möchten wir in unserem heutigen Beitrag näher beleuchten.

Im Rahmen der Tätigkeit ist eine beschäftigte Person mit vielen Gefährdungen der Gesundheit konfrontiert. Um Beeinträchtigungen dieser zu verhindern oder sie frühzeitig zu erkennen gibt es die arbeitsmedizinische Vorsorge, auf Grundlage der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Darüber hinaus kann eine Untersuchung Auskunft über die Eignung für eine Tätigkeit geben und ist somit Voraussetzung für die Ausübung dieser.

Auch im Falle eines Berufskrankheitsverfahrens kann die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung zur Beweissicherung dienen.

Man unterscheidet zwischen Angebots-, Pflicht-, Wunsch- und Eignungsuntersuchungen.

Angebotsuntersuchungen sind den beschäftigten Personen bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten nach Maßgabe des Anhangs arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten. Es besteht jedoch keine Verpflichtung an ihnen teilzunehmen. Auch bei einem Ausschlagen des Angebots durch den Beschäftigten ist der Arbeitgeber weiterhin verpflichtet regelmäßig die Angebotsvorsorge anzubieten. Das Angebot muss vor Aufnahme der Tätigkeit und in regelmäßigen Abständen erfolgen. Die wohl bekannteste Angebotsuntersuchung ist die für Bildschirmarbeit.

Pflichtvorsorgen ergeben sich aus bestimmten, besonders gefährlichen Tätigkeiten nach Maßgabe der ArbMedVV. Analog zur Angebotsvorsorge muss die Untersuchung vor Antritt der Tätigkeit durchgeführt und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Die Relevanz von Pflichtvorsorgen kann dabei auch durch Grenzwerte ausgelöst werden, beispielsweise ab einem bestimmten Dezibelwert wie im Falle der Lärmuntersuchung. Auch das Alter kann als Schwellenwert fungieren.

Die Wunschvorsorge ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge, die der*die Arbeitgeber*in der beschäftigten Person über den Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge hinaus bei allen Tätigkeiten zu gewähren hat. Der Anspruch besteht nur dann nicht, wenn nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen ist. Eine Wunschvorsorge kommt beispielsweise in Betracht, wenn beschäftigte Personen einen Zusammenhang zwischen einer psychischen Störung und ihrer Arbeit vermuten.

Eignungsuntersuchungen sind von der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu unterscheiden. Es besteht eine abweichende Zielsetzung und unterschiedliche Rechtsfolgen. Eignungsuntersuchungen sind gutachtliche Untersuchungen im Auftrag des*der Arbeitgeber*in und bedürfen einer Rechtsgrundlage. Bei Eignungsuntersuchungen muss vonseiten der beschäftigten Person der Nachweis der gesundheitlichen Eignung für berufliche Anforderungen erbracht werden. Gelingt das nicht, ist ein Tätigkeitsausschluss die Folge, der regelmäßig dazu führt, dass die beschäftigte Person den Arbeitsplatz nicht bekommt oder ihn aufgeben muss. Eine bekannte Eignungsuntersuchung ist die Eignung für Fahr- und Steuertätigkeiten.

Die Dokumentation aller Untersuchungstypen erfolgt in der Vorsorgekartei durch den*die Arbeitgeber*in. Diese muss die Attribute enthalten, welche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung, wann und aus welchem Anlass stattgefunden hat.

 
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