Interview Frauenhaus wetzlar

Interview Frauenhaus wetzlar

Wir freuen uns, dass wir dem Frauenhaus Wetzlar die 2000 € am 8. März 2021 spenden konnten! Dank dem Engagement von vielen fleißigen Läufer*innen die vom 2. – 8. März ingesamt 3404,41 km gelaufen sind. Uns ist es wichtig noch einmal näher über diese wertvolle und wichtige Einrichtung zu berichten. Daher haben wir ein kleines Interview mit Frau Irmler geführt, wo wir erfahren, wie es dem Frauenhaus vor allem auch in der Corona Pandemie ergeht.
Wie lang gibt es Ihre Einrichtung schon?
Der Verein „Frauenhaus Wetzlar e.V.“ wurde im Januar 1985 als gemeinnützig anerkannter Verein gegründet, nachdem sich bereits 1983 Frauen aus Wetzlar und Umgebung zusammengetan hatten um frauenspezifische Themen und Probleme und deren Lösung zu diskutieren. Im März 1987 wurde dann die Zufluchtsstätte für 16 Frauen und ihre Kinder eröffnet. Bereits damals war die Zufluchtsstätte zwei Wochen nach der Eröffnung bereits voll belegt.
Würden Sie sagen Ihre Arbeit hat sich in der Pandemie verändert und ist nochmal wichtiger geworden?
Zu Beginn der Corona-Pandemie war die Situation im Frauenhaus eher ruhiger, gerade während des Lockdowns hatten die Frauen, aufgrund nicht stattfindender Termine, wenige Gelegenheiten die Beratungsstellen aufzusuchen oder aus der Wohnung zu fliehen. Auch sind wichtige Brücken wie Kindergärten oder Schulen zeitweise weggefallen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Frauen sich eher später und bei schwererer Gewalt an uns wenden, als vor der Pandemie. Nach wie vor ist es auch ein großes Problem, dass Hessenweit kaum Plätze verfügbar sind.
In welchen Situationen wenden sich Frauen in der Regel an Euch?
Der Punkt, an dem die Frauen sich an uns wenden ist sehr unterschiedlich. Manche bemerken bereits früh, dass ihnen, und ihren Kindern, in der Beziehung eine Gefahr droht, andere kommen erst zu uns, nachdem es bereits eine Eskalation gab und sie verletzt wurden. Die Frauen, welche zu uns in die Zufluchtsstätte kommen, haben in der Regel keine anderen Alternativen. Für die Flucht bspw. in eine Ferienwohnung fehlen häufig finanzielle Mittel, bei Familie und Freunden sind sie häufig nicht sicher oder es mangelt an Platz.
Welches Konzept verfolgen Sie zur Hilfe der betroffenen Frauen?
Grundsätzlich arbeiten wir nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wir möchten die Frauen befähigen, auch ohne Partner, ein selbstständiges Leben zu führen. Gerade in der Anfangszeit werden die Frauen mit einer Vielzahl an Anforderungen konfrontiert, die sie überfordern können. Wir unterstützen die Frauen in verschiedensten Bereichen, bspw. die Beantragung von Sozialleistungen oder die medizinische Anbindung. Viele benötigen auch Rat zur familienrechtlichen oder aufenthaltsrechtlichen Situation.
Kann man als Privatperson auch aktiv werden und Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen?
Das Frauenhaus Wetzlar e.V. ist ein eingetragener Verein, damit wir unsere Arbeit erbringen können müssen wir jährliche einen Teil unseres Haushaltes aus Spenden erbringen. Hier sind wir auf Spendenbeträge in jeglicher Höhe angewiesen. Auch brauchen wir für das weitere Bestehen unseres Vereins immer weitere Vereinsfrauen, die uns mit einer Mitgliedschaft unterstützen.

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Jetzt seid ihr nochmal gefragt! Spendet doch gern selbst einen Betrag Eurer Wahl, an das Frauenhaus Wetzlar. Gerade in Zeiten von Corona sind diese Einrichtungen sehr wichtig und brauchen unsere Unterstützung, damit Frauen und Kinder, die häuslicher Gefahr und Gewalt ausgesetzt sind, einen Zufluchtsort haben.




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