Heben und Tragen

Heben und Tragen

Wussten Sie, dass fast ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen ist?

Insbesondere durch eine anhaltende Überbelastung oder Fehlbelastung, besonders bei Hebe- und Tragearbeiten, kann es zur frühzeitigen Elastizitäts- und Höhenverminderung der Bandscheiben kommen, was sich in einer Vielzahl von schmerzhaften Funktionsstörungen bemerkbar macht.

Grenzwerte

Für die Handhabung von Lasten gibt es keine rechtsverbindlichen Grenzwerte für maximal akzeptable oder tolerable Lastgewichte. Für den schädigungsfreien Umgang mit Lasten gilt die Faustregel, dass 15 % der Maximalkraft bei länger andauernden Belastungen nicht überschritten werden darf. Dies bedeutet, dass z. B. für Frauen 5 kg und für Männer 7,5 kg dauerhaft nicht überschritten werden sollten. Aus diesem Grund kommt der Beurteilung und den Maßnahmen eine besondere Bedeutung zu.

Beurteilung der körperlichen Belastung durch Heben und Tragen

Bei der Beurteilung, ob es bei der manuellen Handhabung von Lasten für die Beschäftigten zu einer Gefährdung für Sicherheit und Gesundheit kommen kann, sind u. a. folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Last
    • Gewicht, Form und Größe
    • Lage der Zugriffsstellen
    • Schwerpunktlage
    • Möglichkeit einer unvorhergesehenen Bewegung
 
  • Beschäftigte
    • erforderliche Körperhaltung oder Körperbewegung
    • Entfernung der Last vom Körper
    • Ausmaß, Häufigkeit und Dauer des Kraftaufwandes
    • erforderliche persönliche Schutzausrüstung
    • Arbeitstempo
    • Erholungs- und Ruhezeit
 
  • Beschaffenheit des Arbeitsplatzes
    • verfügbarer Platz und Raum
    • Höhenunterschied über verschiedene Ebenen
    • Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit
    • Beleuchtung
    • Bekleidung
 

Schwangere und Jugendliche sind bei der Beurteilung besonders zu berücksichtigen.

Um schmerzhaften Funktionsstörungen vorzubeugen, werden u. a. in der Lastenhandhabungsverordnung verschiedene Maßnahmen gefordert:

  • Vermeidung von wiederholenden oder unnötigen Lastenhandhabungen
  • Vermeidung von Lastgewichten oder Reduzierung des Lastgewichtes
  • Einsatz von Hebehilfen und Transportvorrichtungen
  • ergonomisch günstige Lastaufnahme und körpernahe Lasthandhabung ermöglichen
  • sichere Arbeitsbedingungen schaffen (Bewegungsraum, Sichtverhältnisse, Beleuchtung, Temperatur)
  • sichere Lastaufnahme (ergonomische Griffe, Tragegurte)
  • Optimierung des Arbeitspensums
  • Unterweisung der Beschäftigten inkl. tätigkeitsbezogene Übungen
  • Angebot von arbeitsmedizinischer Vorsorge
 

Zur Beurteilung von körperlichen Belastungen durch Heben und Tragen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. eplas unterstützt Sie durch eine vorgefertigte Checkliste, welche als Screeningverfahren eingesetzt werden kann, bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung.

Wir beraten Sie in einem persönlichen Termin oder über einen Webtermin. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt zu uns auf!



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