Praktikums Reflektion

Praktikums Reflektion

Unser Praktikant Willy, der nun bereits seit 4 Monaten bei uns in der Entwicklungsabteilung gearbeitet hat, hat diese Woche seinen letzten Tag bei uns. Willy macht wegen seiner Sehbeeinträchtigung seine Ausbildung als Anwendungsentwickler bei der blista Marburg. Wir haben seinen Ansprechpartner in unserer Firma, Jens Handke, mit ein paar Fragen auf die Zeit des Praktikums und vor allem auf Dinge, die wir daraus gelernt haben, zurückblicken lassen.

Tanja: Was sind die drei wichtigsten Verbesserungspunkte, die wir durch Willys Praktikum bei uns umsetzen werden?

Jens: Die Arbeit mit Willy hat uns einige gute Erfahrungen geschenkt und auch echten Mehrwert für unsere Arbeit und eplas selbst geschaffen. Aufgrund seiner Hinweise konnten wir zum Beispiel Anpassungen an den Bildschirmmasken von eplas vornehmen, um z.B. bei Arbeiten mit der Bildschirmlupe zusammenhängende Elemente besser zu erkennen. Auch die Sicherheit für Menschen mit Sehbeeinträchtigung konnten wir innerhalb unserer Bürogebäude analysieren und somit verbessern. Die Fenster in den Fluren werden nun gekennzeichnet, damit diese im Sommer bei geöffnetem Zustand rechtzeitig gesehen werden. Außerdem haben wir in unserem Gebäude zwei Treppen, die von ihrer Bodenbeschaffenheit wenig kontrastreich sind, sodass das Ende der Stufe schwer zu erkennen ist. Hier werden entsprechende Markierungen angebracht, die dabei helfen, diese auch mit sehr geringem Sehvermögen zu erkennen.

Tanja: Wo hast du soziale Aspekte im Umgang mit Menschen mit Sehbehinderung kennengelernt, die wir verbessern können?

Jens: Ich ganz persönlich habe aus der Zeit mit Willy mitgenommen, dass es wichtig ist, offen mit Fragen und Unsicherheiten umzugehen. So gab es beispielsweise Aufgaben, bei denen ich dachte, die kann ein Mensch mit Sehbeeinträchtigung nicht umsetzen, wurde dann aber eines Besseren belehrt. Auch wenn diese Aufgaben herausfordernd sind, können diese unter Umständen trotzdem erledigt werden. Hier ist es wichtig zu kommunizieren und herauszuarbeiten, was ist möglich und welche Herausforderung ist vielleicht zu groß. In jedem Fall war es wichtig, sich vor Augen zu führen, wie Oberflächen am Computer zu bedienen sind, wenn man durch die Bildschirmlupe nur einen kleinen Ausschnitt sieht. Da können manche Bedienschritte zu einer wilden Scrollerei ausarten, wenn das im Design nicht berücksichtig wurde.

Tanja: Was haben wir schon vorher gut gemacht und wozu haben wir positive Rückmeldung von Willy erhalten?

Jens: Insgesamt sind unsere Räume und Büros hell gestaltet und die Arbeitsplätze gut ausgestattet, um dort auch mit Einschränkungen arbeiten zu können. Wir achten darauf, dass Büros nicht zu vollgestellt werden und keine Stolperfallen entstehen. Gerade auch allgemein aus Sicht der Arbeitssicherheit ist so etwas sowieso immer zu beachten! In unserer Software eplas gibt es bereits jetzt einige Bereiche, in denen man sich auch mit Einschränkungen beim Navigieren gut zurechtfinden kann, weil alle Auswahlen und Optionen nah beieinander und zusammenhängend dargestellt werden.

Wir freuen uns, dass Willy die letzten Monate bei uns war und wir ihm einiges beibringen konnten. Aber vor allem, dass wir so viel von ihm lernen durften für unsere Zukunft und jede weitere Zusammenarbeit mit Menschen mit Sehbeeinträchtigung.



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